Joseph Beuys - Über Inkarnation und die menschliche Seele

Kusama's Self-Obliteration (Jud Yalkut, 1967)

Kunstzeitung-Kulturverfall

 

Zeichen für einen Kulturverfall

 

Peter Iden beklagt die schmähliche Praxis der Kunstmessen und des internationalen Handels

KUNSTZEITUNG Nr. 216, August 2014, Titelstory

Eine sehr schmale Schicht von grenzenlos Reichen, deren humane Verpflichtung es wäre, die Welt besser und schöner zu machen, hat sie ärmer und hässlich gemacht. Denn arm und hässlich ist ja, was durch sie mit der Kunst geschieht. Als spekulierenden Investoren sind Kunstwerke für sie zumeist nur geldwerte Handelsgüter wie andere Waren auch, allerdings zusätzlich so nützlich zur Nobilitierung dieser homines novi wie zur Disposition von Schwarzgeld. Sie raffen, was sie finden können an immer seltener werdenden Bildern und Skulpturen der Moderne, zahlen dafür jeden Preis und lassen ihre Erwerbungen dann häufig verschwinden in obskuren Depots ferner Länder.

Ihre fragwürdigen Helfer sind ein Dutzend weltweit operierender Kunsthändler, gierige Global Players des Typs Larry Gagosian, durch deren Wirken die Messen und Märkte der Kunst sich deutlich verwandelt haben: Als 1967 in Köln der erste dieser Schauplätze gegründet wurde, geschah das mit der Absicht, möglichst viele Menschen zu gewinnen für die Kunst: Heute gilt das Interesse in erster Linie dem Ausschluss der Mehrheiten, die finanziell nicht mithalten können – zugunsten der exklusivsten Behandlung derer, die einfliegen im eigenen Jet. Miserable Zustände sind das, Zeichen für einen Kulturverfall, der bestimmt ist von bedenkenlosem Profitdenken, dem das Geld einziges Kriterium ist.

 

Weiterlesen:  Kunstzeitung-Kulturverfall

 


 

 

 

 

 

articularte.de Webutation